Steamworks-Dokumentation
Mikrotransaktionen (Käufe im Spiel)

Übersicht

Steam bietet erstklassige Unterstützung für Käufe im Spiel, seien es Gegenstände, Spielwährung oder beliebige andere Artikel. Über die Steam-APIs für Mikrotransaktionen können Sie Ihren Kunden weitere Optionen zur Verfügung stellen.

Wenn Sie vorhaben, einen Titel mit Käufen im Spiel auf Steam zu veröffentlichen, haben wir ein paar nützliche Vorschläge, bewährte Praktiken und hilfreiche Ressourcen für Sie. Ob kostenlos oder im Voraus bezahlt, alle Spiele mit der Möglichkeit von Käufen im Spiel weisen Gemeinsamkeiten auf, die Sie bei der Vorbereitung auf den Start bei Steam berücksichtigen sollten.

Voraussetzungen für Käufe im Spiel

Sie brauchen die API für Mikrotransaktionen, damit Steam-Kunden ihre Käufe ausschließlich mit ihrem Steam-Guthaben bezahlen können. Detaillierte Informationen über die Integration dieser API finden Sie hier: Anleitung zur Implementation von Mikrotransaktionen

Sie können Nutzer mit Ihrem Steam-Guthaben einzelne Gegenstände kaufen, aber auch die im Spiel verwendete Währung erwerben lassen.

Vorkehrungen gegen Betrug

Sie müssen sich bewusst sein, dass jedes Angebot einer Sache von Wert mit einem gewissen Betrugsrisiko verbunden ist. Steam stellt für Ihren Spielshop Dienste zur Zahlungsabwicklung bereit. Steam führt dabei zwar Betrugsprüfungen durch, aber der Kontext, in dem ein Nutzer in Ihrem Spiel Dinge erwirbt, ist nur Ihren Spielservern ausreichend bekannt.

Spiele sind besonders gefährdet, wenn die Käufe im Spiel in einem Wirtschaftssystem eingebettet sind, in dem Waren und Dienstleistungen gehandelt oder verschenkt werden können. Wenn Betrug dieser Art nicht sofort ein Riegel vorgeschoben wird, zerstört er über kurz oder lang das Wirtschaftssystem und lässt ein Spielambiente entstehen, in dem sich legitime Nutzer nicht mehr wohlfühlen.

Typische Formen dieses Betrugs bestehen oft darin, mit gestohlenen Kreditkartendaten oder anderen betrügerisch erworbenen Zahlungsinformationen hochpreisige Artikel zu kaufen. Der Betrüger verfolgt dabei das Ziel, diese virtuellen Waren auf andere Accounts zu transferieren, die entweder dem Betrüger oder einem Spieler gehören, der außerhalb des Systems für diese Waren bezahlt. Betrüger können aber auch versuchen, den gesamten Account zu verkaufen, wobei auch diesmal die Bezahlung außerhalb des Systems erfolgt.

Wichtig ist es, in Ihrem Wirtschaftssystem die richtige Mischung zu finden: wirksame Betrugsvorkehrungen ohne Beeinträchtigung der Nutzerfreundlichkeit für legitime Nutzer. Im Folgenden haben wir für Sie einige grundlegende Vorsichtsmaßnahmen gegen einfache Formen von Betrug im Spiel zusammengestellt:

  1. Nutzen Sie Ihre Kenntnisse der Spielhistorie Ihrer Nutzer, um Tätigkeiten einzuschränken, die betrügerische Handlungen ermöglichen. Unterbinden Sie beispielsweise, dass ganz neu hinzugekommene Spieler hochwertige Artikel oder große Währungsmengen kaufen können. Es ist äußerst unwahrscheinlich, dass ein seriöser Nutzer bereits ganz zu Beginn 200 Euro oder mehr in Gegenstände oder Währung investieren wird. Um Vorkehrungen dieser Art zu ermöglichen, sollten Sie sich eine Reihe von Fragen stellen und die dazu erforderlichen Informationen zur Hand haben.
    • Hat der Nutzer ein Mindestlevel im Spiel erreicht?
    • Hat der Nutzer bereits in der Vergangenheit Käufe getätigt? Gab es dabei irgendwelche Verdachtsmomente?
    • Wie hoch ist das durchschnittliche Verkaufsvolumen in Ihrem gesamten Spiel im Monat? Liegt diese Transaktion deutlich außerhalb dieses Rahmens?
    • Wie viele Transaktionen werden durchschnittlich im Monat von einem bezahlenden Nutzer durchgeführt? Ist die Anzahl der Transaktionen dieses Nutzers verdächtig hoch?
    • Gibt es unverdächtige Verlaufsdaten zu den Handelsgeschäften dieses Nutzers?
  2. Nutzen Sie das Wissen, das Steam über die Historie Ihres Nutzers angesammelt hat, um eventuelle Bedenken bezüglich eines Nutzers oder bestimmter Transaktionen zu untermauern oder zu zerstreuen. Es gibt eine Reihe von Informationen, die Sie von Steam abrufen können und anhand derer Sie entscheiden können, welche Aktionen einem Nutzer erlaubt sein sollen und welche nicht. Mit GetUserInfo() in der API ISteamMicroTxn rufen Sie Informationen über einen Nutzer ab. Dabei sind drei Antworten besonders wertvoll, um die Vertrauenswürdigkeit eines Nutzers zu ermitteln:
    • country – Gibt das Land zurück, von dem die Verbindung des Nutzers ausgeht. Allein sagt dies möglicherweise nicht viel aus, kann Ihnen aber in Verbindung mit "currency" nützliche Hinweise geben.
    • currency – Gibt den Währungscode des Steam-Guthabens des Nutzers zurück. Normalerweise wird anhand dieser Angabe festgelegt, in welcher Währung der Preis dem Nutzer angezeigt werden soll; der Vergleich der Währung mit dem Herkunftsland des Nutzers kann jedoch ein Hinweis auf Unregelmäßigkeiten sein, wenn beide Informationen nicht zusammenpassen. Natürlich muss eine Abweichung nicht zwangsläufig auf Betrug hinweisen, denn auch ein legitimer Nutzer kann sich vorübergehend im Ausland befinden und dort Ihr Spiel spielen. Aber wenn Sie nach Mustern bei betrügerischem Verhalten suchen, kann Ihnen dieser Abgleich durchaus wertvolle Informationen liefern.
    • Status – Gibt "active" (aktiv), "trusted" (vertrauenswürdig) oder "locked" (gesperrt) zurück.
      1. Ein Account hat standardmäßig den Status "active".
      2. Bei Accounts mit dem Status "trusted" liegt eine über 90 Tage alte Transaktion vor und mit dem Steam-Account sind keinerlei Rückbuchungen verbunden. Beachten Sie allerdings, dass auch ein Account mit dem Status "trusted" gestohlen oder anderweitig missbraucht werden kann, um mit einem Kauf von geringem Wert den Anschein von Legitimität zu erwecken. Dieser Status sollte daher nicht der alleinige ausschlaggebende Faktor sein, um einen Kauf zu akzeptieren oder abzulehnen.
      3. Ein Account mit dem Status "locked" kann aufgrund Betrugs, Rückbuchung, Hijacking oder eines Verstoßes gegen die Steam-Nutzungsvereinbarung keine Käufe tätigen. Dieser Status ist nicht immer dauerhaft, insbesondere im Fall von Hijacking oder irrtümlichen Rückbuchungen durch Banken.
  3. Es ist sehr wichtig, betrügerisches Verhalten zu unterbinden, bevor es das Wirtschaftssystem beeinträchtigen kann.
    • Steam deckt die meisten betrügerischen Transaktionen innerhalb von 48 Stunden nach dem anfänglichen Kauf auf. Rufen Sie mindestens einmal täglich die GetReport()-API auf, um Änderungen an Transaktionen ihrem aktualisierten Status entsprechend abzustimmen.
    • Sie sollten den Handel mit den Artikeln oder das Verschenken der Artikel mindestens 72 Stunden lang verhindern. Dies hat auf die meisten Ihrer Spieler keine Auswirkungen, da die meisten Spieler gekauftes Guthaben und Artikel für sich selbst verwenden, während Betrüger ihre betrügerischen Waren umschlagen müssen, um Profit zu machen.
    • Wenn Käufe rückerstattet werden, verhindert ein automatisches Rückforderungssystem, das die über den betrügerischen Account gekauften Guthaben und Artikel entfernt, weiteres betrügerisches Verhalten. Dadurch wird in Kombination mit Erkennungszeit und Handelsbeschränkung erreicht, dass der Betrüger mit dem betrügerischen Account keinen Profit machen kann.
  4. Produktschlüssel für Käufe im Spiel dürfen auf keinen Fall im Spiel offen sichtbar sein. Es gibt auf Steam eigene APIs zur Gewährung von Paketen und Freischaltung von Inhalten, ohne dass Ihren Kunden ein Produktschlüssel angezeigt werden muss, der kopiert werden könnte.
  5. Don't allow users to change the linked accounts that are described in the next section: Linking Accounts.
Durch Verwendung des Steam-Inventardienstes werden viele dieser Vorschläge realisiert.

Verknüpfen von Accounts

Betreiben Sie ein eigenes Accountsystem? Wenn ja, empfehlen wir dringend den Einsatz einer Steamworks-API, die automatisch einen neuen Account oder eine Verknüpfung mit einem bestehenden Account in Ihrem System erstellt. Die Nutzer müssen auf diese Weise nicht eigens einen Account auf Ihrer Website oder direkt in Ihrem Spiel anlegen. Viele Nutzer sind nicht bereit, einen weiteren Account für ein neues System anzulegen, was deutliche Auswirkung auf die Anzahl von Interessenten für Ihr Spiel haben kann.

Die Verknüpfung des Steam-Accounts eines Nutzers mit Ihrem System erfolgt ganz einfach über den Abruf und die Prüfung seiner Steam-ID, d.h. des eindeutigen Bezeichners eines Steam-Accounts.

Weitere Informationen finden Sie im Abschnitt "Verknüpfen von Accounts" im Dokumentationsartikel User Authentication and Ownership.

Empfehlungen und bewährte Praktiken für spielinterne Wirtschaftssysteme

Steamworks bietet eine Reihe verschiedener Möglichkeiten, Mikrotransaktionen und spielinterne Wirtschaftssysteme zu integrieren. Dabei sollten einige wichtige Punkte berücksichtigt werden.

Detaillierte Anhaltspunkte zu diesem Thema erhalten Sie in der Präsentation, die Kyle Davis anlässlich der Steam Dev Days gehalten hat.
https://www.youtube.com/watch?v=RHC-uGDbu7s

  1. Betrachten Sie das Wirtschaftssystem Ihres Spiels als Gelegenheit, Ihr Produkt zu verbessern und Ihre Kunden zufriedener zu machen, und nicht als Methode, Geld von unzufriedenen Kunden abzuschöpfen.

    Künstliche Fortschrittsbarrieren und virtuelle Währungen, die den wahren Wert von Artikeln nicht erkennen lassen, führen langfristig sehr oft dazu, dass Kunden ihre Käufe bereuen. Kunden, die den Eindruck haben, dass spielinterne Transaktionen das Spiel nicht interessanter machen, sondern nur der Geldmacherei dienen, werden ihm über kurz oder lang den Rücken kehren. Wenn Spielspaß nur mit Geld erkauft werden kann, handelt es sich um kein nachhaltiges Geschäftsmodell. Es gibt genügend andere Angebote auf dem Markt, in denen die Zeit und das Geld von spielbegeisterten Nutzern besser aufgehoben sind.
  2. Konstruieren Sie ein Wirtschaftssystem, in dem Kundenkäufe das Spiel auch für andere Kunden verbessern.

    Bei vielen kostenlosen Produkten, vor allem im Mehrspielerbereich, besteht das Prinzip darin, dass ein Nutzer das Spielerlebnis anderer zerstören kann: Je mehr Geld er ausgibt, desto schwieriger und spaßloser wird das Spiel für die übrigen Spieler. Konstruieren Sie stattdessen ein System, in dem Produkte und Artikel positive Anreize im Spiel schaffen. Die Steam-Dev-Days-Präsentation gibt Ihnen einige konkrete Beispiele, aber als Ausgangspunkt legen wir Ihnen ein einfaches Konzept ans Herz: "Ich freue mich, wenn der Spieler neben mir etwas kauft." Dieses Konzept ist auf Spiele aller Genres und Stile anwendbar. Probieren Sie es aus und experimentieren Sie mit Produkten dieser Art in Ihren Spielen.
  3. Sorgen Sie dafür, dass Ihre Nutzer sich gegenseitig Nutzen verschaffen können.

    Mit dem Steam Workshop steht für Ihre Kunden eine Sammlung von Werkzeugen bereit, mit denen sie füreinander Inhalte kreieren und Nutzen schaffen können. Dazu zählen Modelle, Karten, Mods und viele andere wertvolle und interessante Komponenten für Ihr Spiel. Je nach Produkt und Zielen kann Ihr Workshop kostenlos oder kostenpflichtig sein. In beiden Fällen nutzen Sie die Kreativität und Leidenschaft Ihrer Kunden, um den Wert Ihres Produkts zu steigern und eine Menge zusätzlicher Inhalte zu generieren. Näheres zum Steam Workshop finden Sie im Dokumentationsartikel Steam Workshop und im Steamworks-Entwicklerdiskussionsforum.

Ganz allgemein gesagt: Die reine Orientierung an Metriken wie Umsätze pro Tag oder Umsätze pro Nutzer verleitet zu kurzfristigen Entscheidungen, die sich auf längere Sicht negativ auf die Nutzer und damit auch auf das Überleben des Spiels auswirken. Schauen Sie sich die gesamte Steam-Dev-Days-Präsentation oben an, um konkrete Beispiele und Anregungen zu erhalten.

Optimale Nutzung von Updates

Updates sind ein wichtiger Teil des Produktlebenszyklus und eine sehr bedeutsame Form der Kommunikation mit Kunden. Sie sind notwendig, um Fehler zu beheben und Probleme zu lösen, bieten aber auch eine großartige Gelegenheit zum Hinzufügen neuer Inhalte, neuer Spielmodi und neuer Funktionen, um das Interesse am Spiel nicht abflachen zu lassen und neue Spieler dazuzugewinnen.

Einige wertvolle Empfehlungen und bewährte Praktiken zur optimalen Nutzung von Produktupdates finden Sie im Dokumentationsartikel Best Practices, Marketing.